Liskow: Bildungsminister darf heimische Wurzeln nicht vernachlässigen

April 23, 2014

 -Niederdeutsch-Beirat muss einberufen und erweitert werden –

Der Landesvorsitzende der Jungen Union Mecklenburg-Vorpommern fordert den Bildungsminister Mecklenburg-Vorpommerns auf endlich den Niederdeutsch-Beirat einzuberufen:

„Der Bildungsminister widmet dem Niederdeutschen zu wenig Aufmerksamkeit! Mir ganz persönlich aber auch der Jungen Union Mecklenburg-Vorpommern liegt unsere Heimat sehr am Herzen. Das scheint beim Bildungsminister, der gleichzeitig für Kultur zuständig ist, nicht der Fall zu sein. Anders kann ich es mir nicht erklären, warum der Bildungsminister das Thema Niederdeutsch immer noch so stiefmütterlich behandelt. Der Bildungsminister muss den Niederdeutsch-Beirat unverzüglich einberufen“, so Liskow heute in Schwerin.

Seit 2011 hat der vom Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur eingesetzte Beirat nicht ein einziges Mal getagt, so die Landesregierung laut Kleiner Anfrage (6/2608) bezüglich der Aktivitäten des Niederdeutsch-Beirats. „Der Beirat soll laut Kleiner Anfrage im ersten Halbjahr 2014 einberufen werden. Ich bin gespannt, ob der Bildungsminister sein Versprechen überhaupt noch halten kann“, äußert sich Liskow skeptisch.

Der Vorsitzende der Jungen Union M-V plädiert ebenfalls dafür den Niederdeutsch-Beirat zu erweitern: „Bislang sind verschiedene Institutionen auf dem Gebiet des Niederdeutschen gar nicht im Niederdeutsch-Beirat vertreten. Ich schlage daher vor, dass das Niederdeutsche Bibelzentrum St. Jürgen aus Barth, das Institut für niederdeutsche Sprache, die John-Brinckman-Gesellschaft aus Jürgenstorf, die Johannes-Gillhoff-Gesellschaft aus Ludwigslust – die sich niederdeutschen Schriftstellern widmen – sowie einzelne Medienvertreter künftig mit an den Sachverständigentisch zu bitten.“

Der Beirat hat vielfältige Aufgaben, unter anderem die Koordinierung und Vernetzung von Niederdeutsch-Aktivitäten in Mecklenburg-Vorpommern, Förderung der überregionalen Zusammenarbeit, Beratung der Landesregierung in Fragen des Niederdeutschen, Durchführung von Niederdeutsch-Veranstaltungen. Folgerichtig muss der Beirat regelmäßig tagen, damit die niederdeutsche Sprache und Kultur lebendig bleiben, so Liskow.

Hintergrund: Im Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU Mecklenburg-Vorpommern in Ziffer 234 von 2011 wurde vereinbart, dass die niederdeutsche Sprache auf der Grundlage der europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen geschützt und gepflegt wird. Der Niederdeutsch-Beirat findet seine rechtliche Grundlage im Artikel 7 Ziffer 4 Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen. Mit dem Beitritt zur Sprachencharta hat sich das Land 1994 verpflichtet, ein Gremium zur Beratung der Behörden in allen Angelegenheiten der Regional- oder Minderheitensprachen einzusetzen.

Die Kleine Anfrage finden man hier. 

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